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Karrierechancen in der Wesermarsch sichtbar machen

Karrierechancen in der Wesermarsch sichtbar machen

Die Ausbildungswerkstatt von Zeit & Service in Brake war Veranstaltungsort von EaM im August.
Die Ausbildungswerkstatt von Zeit & Service in Brake war Veranstaltungsort von EaM im August.

Erfolgreiche Kommunikation mit dem Nachwuchs zentrale Aufgabe

Brake. Die Fachkräftesicherung wird bei Erfolgreich am Markt immer wieder thematisiert. Denn die Unternehmen geraten bei der Besetzung von qualifizierten Arbeits- und Ausbildungsplätzen zunehmend unter Druck, weil geeignete Bewerber fehlen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe ging es daher Ende August um die Fragestellung: „Die Jugend im Blick - Wie attraktiv ist die Wesermarsch für junge Nachwuchskräfte?“

Eine thematische Einleitung lieferte Iris Krause, Agentur Krause Konzept aus Bremen, mit der Vorstellung des Vereins job4u (www.job4u-ev.de), der seit 15 Jahren in der Region für Ausbildung, Berufswahl und Berufsorientierung aktiv ist. Die rund 60 Mitglieder des Vereins setzen sich zusammen aus Wirtschaft, Institutionen, Kammern, Hochschulen, Verbände und Medienpartner. Zur Anwendung kommen dort verschiedenste Instrumente, um junge Leute für eine gewerbliche Ausbildung zu begeistern und Krause bilanziert selbstkritisch: „Nur was die jungen Menschen akzeptieren, setzen wir auch tatsächlich ein. Die Angebote werden immer wieder evaluiert“. Zugleich müsse man heutzutage nicht nur die Jugendlichen erreichen, sondern auch die Eltern und Großeltern einbinden, weil Familie nach wie vor eine große Rolle bei der Berufswahl spiele. Weil Informationen schnell und bildhaft vermittelt werden müssten, habe man beispielsweise einen Videowettbewerb gestartet. „Azubis haben über ihren Ausbildungsberuf einen 60-Sekunden-Film mit dem Handy gemacht. Dabei sind tolle Ergebnisse herausgekommen. Ziel ist es, alle Berufe in dieser Form lebendig zu präsentieren, weil kein Interesse für längere Infos aufgebracht wird“, so die Erfahrung von Krause. Deutlich wurde auch, dass junge Menschen gerade durch die Informationsflut im Internet eine Unterstützung bei der Berufsorientierung brauchen. Krause: „Studierende haben heute die Wahl aus über fünfzehntausend Studiengängen und keine Ahnung, wie sie richtig suchen sollen.“

Wie nötig eine Diskussion über die Fachkräftesicherung in der Wesermarsch ist, unterstrichen die ersten Ergebnisse einer aktuellen Befragung von Schülerinnen und Schülern, die zum Fachkräftemonitoring gehören. Die gesamte Untersuchung, in die auch Unternehmen eingebunden sind, wird Maria Tonder vom Bildungsbüro des Landkreises erst in ein paar Monaten präsentieren können. Deutlich wurde aus den wenigen Einblicken am Abend, dass sich der Nachwuchs zwar persönlich in der Wesermarsch wohlfühlt, die beruflichen Perspektiven aber weitgehend außerhalb des Landkreises sieht. Die Wirtschaft wird daher weiterhin mit dem Wegzug junger Menschen, insbesondere mit einem gymnasialen Schulabschluss, rechnen müssen.

Die nachfolgende Podiumsdiskussion sprach dann verschiedene Aspekte an, die für junge  Nachwuchskräfte von Bedeutung sind. Die provokante Frage des Moderators Frank Schnieder (JadeBay) ob die Wesermarsch „sexy“ sei? beantwortete Torben Heinen von der Firma Thieling eher negativ, weil nach seiner Einschätzung die Angebote in einer ländlichen Gemeinde wie Butjadingen wohl nicht hinreichend das Lebensgefühl der Jugend bedienten könnten. „Junge Menschen sollen Erfahrungen in der Ferne machen, aber sie sollen wiederkommen, das ist der Spagat, den wir hinbekommen müssen“, so der Personalleiter. Marcel Theisen, Vorsitzender im Kreisschülerrat, urteilte, dass die Jugendlichen ein tendenziell geschöntes Bild vom Stadtleben hätten und der Wertewandel mit verantwortlich dafür sei, dass man den Landkreis verlassen wolle.

Ein Aspekt, der immer wieder aufleuchtete war die unzureichende Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern. Iris Krause machte auf die Generationsbrüche zwischen den Führungskräften und den Jugendlichen aufmerksam. Aber nur über eine generationsgerechte Ansprache könne Kommunikation mit dem Nachwuchs erfolgreich gelingen. Deshalb müsste nicht der Unternehmer, sondern die Auszubildenden mit der Nachwuchsakquise betraut werden. Stile und Formen wie sie bei Kurznachrichtendiensten wie WhatsApp gepflegt werden, dürften die Unternehmen nicht ignorieren. 

Die IHK Oldenburg hat diesen Sachverhalt erkannt. Heiner Paffenholz, Fachkräfteberater, verwies auf ein neues Angebot der Kammer: „Es gibt jetzt Ausbildungsbotschafter, die durch Azubis besetzt werden und die in die Schule gehen. Betriebe und Schüler können sich noch melden, wenn sie dabei sein wollen.“ Handlungsoptionen zeigte auch Peter van Mark vom Gymnasium Brake für die Berufsorientierung auf. Endlich gäbe es zusätzliche Ressourcen wie Personal und Extrastunden an der Schule, um noch aktiver mit der Wirtschaft zusammenzuarbeiten.

In einer Abschlussrunde der Diskussion zeigte sich, dass die Podiumsgäste der Wesermarsch sehr wohl eine hohe Attraktivität in Bezug auf die Lebensqualität zuschreiben. Allerdings wird das den jungen Nachwuchs nicht davon abhalten, seine berufliche Laufbahn außerhalb des Landkreises zu suchen. Die Chance auf eine Rückkehr liegt womöglich darin, dass man sich zu einem späteren Zeitpunkt daran erinnert, dass Leben und Arbeiten in der alten Heimat eine echte Option sein kann. Und es bleibt für alle Akteure viel zu tun, damit das nicht in Vergessenheit gerät. 

Gastgeber und zugleich Veranstaltungsort an diesem Abend war die Zeit und Service Beschäftigungsfördergesellschaft mbH. Die Einrichtung steht für gewerblich-technische Qualifizierung in seinen Werkstätten im Technologiezentrum in Nordenham, auf dem Maritimen Campus in Elsfleth sowie in der Otto-Hahn-Straße in Brake.

BU: Auf dem Podium waren zur Diskussion eingeladen v.l.n.r.:

Maria Tonder (Bildungsbüro Wesermarsch), Heiner Paffenholz (IHK Oldenburg), Andreas Diercks (Oberschule Eschhofschule), Iris Krause (job4u e.V.), Heinz May (Zeit & Service), Ingrid Marten (Wirtschaftsförderung), Marcel Theisen und Finja Bänfer (Kreisschülerrat), Bernd Wulf (Kreiselternrat), Frank Schnieder (JadeBay), Peter van Mark (Gymnasium Brake), Nicolas Scheidtweiler, (Projekt Azubidrehscheibe), Torben Heinen (Firma Thieling).

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