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Regionalkonferenz Logistik diskutierte die Praxis „grüner Logistik“
Begrüßten die Gäste: Gert Stuke, Dr. Anna Meincke, Jens Wrede, Thomas Brückmann.

Herausforderungen grüner Logistik in der Alltagspraxis der Unternehmen

Die Metropolregion, Kammern, Institutionen und Wesermarschbetriebe machten als Sponsoren die Konferenz möglich. Sieben Referenten in zwei Diskussionsrunden präsentierten den Rund 140 Teilnehmern fachliche Expertise zur praktischen Umsetzung grüner Logistikanforderungen bei Qualifikationen und Investitionen im betrieblichen Alltag. Staatssekretär Dr. Frank Nägele aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium kam am Nachmittag auf ein Grußwort vorbei.

Brake. Auch wenn sich das öffentliche Interesse am Thema „grüne Logistik“ gelegt hat, zeigt die diesjährige große Resonanz auf die Regionalkonferenz Logistik, dass es sich lohnt Themen von der betrieblichen Alltagspraxis aufzu-greifen. Zum sechsten Mal wurde die geförderte Veranstaltung durch die Metropolregion Nordwest ermöglicht und die Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH holte die Fachkonferenz erstmalig in die Wesermarsch. Entsprechend groß war die Freude bei Jens Wrede, Geschäftsführer der Gesellschaft, „die Stärken des Landkreises dem überregionalen Publikum vorstellen zu dürfen“. Rund 70 Personen nutzten das Angebot bereits vor der Diskussion Logistiker vor Ort besuchen zu können und erhielten so entweder im Braker Hafen oder bei der Firma Rehau Einblicke in den Alltag.
IHK-Präsidenten Gert Stuke betonte in seiner Begrüßung die ökonomische und auch ökologische Relevanz der Thematik, die nichts von ihrer Aktualität eingebüßt habe.

Die Praktiker unterstrichen mit ihren Beiträgen welche Facetten Logistik in der Praxis aufweist und dass noch viel Arbeit zu leisten ist, um einem grünen Anspruch gerecht zu werden.
Vor welchen Anforderungen nicht nur Unternehmen, sondern Kon-sumenten generell stehen, um spürbare Nach- haltigkeit zu erzielen, vermittelte Dr. Marcus Seifert mit seinem kritischen Eingangsreferat. Er stellte lokales Handeln und globale Auswirkungen gegenüber. So beruhe die Herstellung der Mobiltelefone wissentlich auf Kinderarbeit (Kobaltgewinnung), die Textilindustrie in Asien sei durch materielle Ausbeutung der Arbeiter gekennzeichnet und die monatlichen Transporte von 500 Containern Elektroschrott in Richtung Ghana entlasteten zwar unsere Region, gefährdeten stattdessen aber Mensch und Umwelt in Afrika.

„Wir müssen Systeme und deren Lebenszyklen betrachten, statt allein Prozesse und Produkte“, machte der Professor an der Hochschule Osnabrück seine Position deutlich. Es bräuchte daher eine veränderte Haltung zu den bekannten Zusammenhängen und wirksame Konzepte, die ökologische, ökonomische und soziale Aspekte beinhalteten. Mit Blick auf die Auswirkungen der Digitalisierung stünde die Logistik vor Veränderungen. „Materialflüsse werden physisch überflüssig, wenn durch 3D-Druck nur noch vor Ort, beim Kunden, „ondemand“ produziert wird“, so Seifert. Seine Perspektive: Wenn traditionelle Warentransporte entfallen, gibt es neue Geschäftsmodelle und aus dem Spediteur alter Schule wird ein Wissens- und Datenbroker, der durch IT-Dienstleistung seine Aufgaben findet.

Unter fachkundiger Moderation von Robert Kümmerlen von der Deutschen Verkehrs-Zeitung stellten fünf Referenten aus den Unternehmen ihr Engagement zur grünen Logistik vor. Sind es bei Firma J. Müller vor allem Zertifizierungen, die bereits seit 2014 zum Leitbild der Firma gehören, so weiß man vor allem um die Bedeutung qualifizierter Mitarbeiter. „Wir benötigen agile Mitarbeiter, die sich immer wieder auf Neues einlassen. Die ständige Herausforderung ist die maßgeschneiderte Kompetenzvermittlung“, weiß Bernd Kempendorf als Personalleiter der Firma J. Müller zu berichten.

Dass sich grüne Logistik in der Ausbildung nicht auf ein einzelnes Seminarfach reduzieren lässt, betonte Thomas Zink von der Deutschen Außenhandels- und Verkehrs-Akademie Bremen. In Abschlussarbeiten und Unternehmensprojekten sowie bei Gruppenarbeiten werde Nachhaltigkeit daher bewusst als Praxisanforderung mit eingeübt und bei Lösungen abgefordert, erläuterte der Studienleiter.

Sehr plastisch zeigten die Ausführungen von Simeon Breuer, Firma L.I.T. Brake, welche Anstrengungen nötig sind, um CO2-Reduzierung durch Bahntransporte zu erreichen. Der sogenannte Kombinierte-Verkehr/KV (Straße und Schiene) macht die Logistik zwar deutlich grüner, lässt sich aber nicht ohne Planungsaufwand erzielen. „Grüne Logistik muss mit dem Preis der Straße konkurrieren“, so der Geschäftsführer und stellte das Projekt Tschechien-Norddeutschland vor. „Bei der Verladung durch den Kombinierten-Verkehr reduzieren wir den CO2 Ausstoß um 92 Prozent“, präsentierte Breuer deutliche Zahlen. Die KV-Lösung spare somit pro Jahr 8,8 Millionen Güterverkehrs-Kilometer und 7.000 Tonnen CO². Weil aber Güterverladung viele zusätzliche Dienstleister und spezifische Infrastruktur braucht, macht es die Fracht teurer. „Wir sind mit dem Projekt noch nicht am Ziel, aber wir haben ein neues Angebot dazu abgegeben“, so Breuer. Ob Schiene die Straße schlägt wird sich trotz engagierter Überlegungen somit noch zeigen müssen.
Dass sich grünes Engagement unternehmerisch rechnet, skizzierte Dr. Dustin Schöder von Hellmann Logistik aus Osnabrück. Bereits seit 20 Jahren gehört dort grünes Handeln zum Betriebsalltag. Ob Materialien, Fahrerschulung, Schmierstoffe oder auch richtige Planung, mit unterschiedlichen Bausteinen wird konsequent auf Grün gesetzt. Bereits 2012 war man für einen Feldversuch mit neuer Antriebstechnik durch Flüssiggas/LNG offen. Allerdings war man offenkundig durch noch nicht vorhandene Infrastruktur (Betankung) und Fahrzeuge zu früh am Start.

Dass sich die Situation an der Stelle geändert hat, zeigte sich anhand zweier Fahrzeuge, die die Firmen IVECO und HGM zur Verfügung stellen. Ein brandneues Zugfahrzeug mit LNG-Antrieb und ein Tankwagen für LNG bezeugen, dass alternative Antriebstechnologien an Bedeutung gewonnen haben und ihren Beitrag zur grünen Logistik leisten können.
Veranstaltet wurde die von der Metropolregion geförderte „Regionalkonferenz Logistik 2017“ durch die Wirtschaftsförderung Wesermarsch GmbH in Zusammenarbeit mit der Oldenburgischen IHK, der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven, der IHK Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim, der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum. Weitere Unterstützung erhielt die Konferenz durch die Marketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen, den Logistikfirmen aus Brake J. Müller AG und L.I.T. AG sowie der BVL/Regionalgruppe Weser-Ems und dem Logistikportal Nie-dersachsen aus Hannover.

Personen Foto Seite 1 v.l. hintere Reihe Jens Wrede, Staatssekretär Dr. Frank Nägele, Dustin Schöder, Robert Kümmerlen vorne: Dr. Anna Meincke und Sabine Beckenbauer

Bildrechte Lukas Lehmann

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